Die Maus über Liebe from Jop van Heelen on Vimeo.
hamburg meine perle
mit dem beitrag für kenia habe ich mir etwas zeit gelassen und bin deswegen noch nicht dazu gekommen von hamburg zu berichten. aber da sollte in den nächsten wochen noch gestückelt ein paar sachen kommen. nur soviel: ich bin gut angekommen, habe mich grandios eingelebt und schon viele interessante leute (wieder-)getroffen. ich bin jetzt offiziell schüler (richtig - schüler, nicht student) der hotelfachschule hamburg. der erste reeperbahnbesuch liegt schon hinter mir und auch andere erste male habe ich hinter mich gebracht: die erste schulwoche, die erste schicht in meinem nebenjob, die erste hafenrundfahrt (mein magen ist jetzt noch sauer auf mich) und den ersten sprint durch den regen, der hier den sonnenschein ganz schnell ablösen (die hamburger nennen ihre stadt liebevoll "kleines england").
bilder und weitere eindrücke folgen, erstmal sollen die zeilen über kenia auf euch wirken können.
kenia
weißer sandstrand, blaues meer und palmen. nicht gerade dinge, die man mit kenia in verbindung bringen würde. wohingegen dichtes grün und kaffeeplantagen im hochland sowie wüstenähnliche steppen und glühende hitze knapp südlich unterm äquator wohl eher unserer vorstellung entsprechen.
kenia ist ein land, dass mich vom ersten moment an enorm beeindruckt hat. das hat mich anfangs überrascht, allerdings wurde mir schnell klar, warum. denn meine bisherigen auslandserfahrungen sind kanada und neuseeland - das sind zwar andere kulturen, als man sie in deutschland findet. aber sie zählen noch zur sogenannten westlichen welt.
aber dieses so stark von armut, dreck und korruption geprägte afrikanische land ist dann natürlich ein mittelschwerer kulturschock.
aber trotz dieser negativen anhaftungen, hat kenia so viel zu bieten: eine traumhafte vielfalt in flora und fauna, freundliche und vor allem gastfreundliche menschen, früchte, die noch nach früchten schmecken und eine atemberaubende tierwelt. ich habe all dies kennengelernt und bin einfach nur begeistert von diesem land.
ich bin in mombasa angekommen, wurde herzlich von matthias und bettina in empfang genommen und wir sind nach einem kurzen frühstück im hotel nach ukunda gefahren, wo sie wohnen. die fahrt durch das lärmende und belebte mombasa hat meinen augen viel zu sehen gegeben: straßenhändler, radfahrer, matatus (taxi-busse, die dort das standard "nahverkehrsmittel" sind) und viele fussgänger haben die straßen gefüllt. in ukunda selbst habe ich mich erstmal ausgeruht, bevor abends auf bettinas geburtstag angestoßen wurde. dabei habe ich auch noch ein geschenk von matthias und bettina bekommen: ein armband, gefertigt von nascha, einer massai-frau.
in den darauffolgenden tagen haben wir karten gespielt, am strand rumgelümmelt (und kokosmilch frisch aus der kokosnuss probiert), waren im meer baden, sind in ukunda durch die straßen geschlendert und haben uns marktstände und läden angeschaut, haben frischen fisch gekauft und gegrillt und haben stromausfälle erlebt. so ging die erste woche schnell um. das wetter war nicht nur sonnig und heiß, denn die regenzeit war doch noch nicht ganz vorbei.
dann ging es auf große reise: wir sind von mombasa nach nairobi geflogen und von dort nach embu weitergefahren. in nairobi haben wir wanja getroffen - eine alte kollegin von mir aus kanada. sie ist kenianerin und hat in dieser zeit zufällig ihr familie besucht, die sie uns auch gleich vorstellen wollte. auch mit von der partie war sammy, unser fahrer. in embu war ich dann das erste mal in kenia in der kirche. ein sehr lebhaftes, buntes und stark musikalisch geprägtes erlebnis. in rumgenjes wurden wir von wanjas vater, ihren brüdern, cousinen, tanten und wer noch alles da war, sehr herzlich empfangen. die schon erwähnte gastfreundschaft drückt sich oft so aus, dass selbst familien, die wenig für sich selbst haben, sehr großzügig für ihre gäste auftischen. und so gab es für uns zunächst ein reichhaltiges mittagessen und tee. die aufgeregtheit der kinder bei unserer ankunft ließ darauf schließen, dass sich nur wenige europäer in ihre gegend verirren. "musungus" (wörtlich der/die fremde) werden wir dort genannt. und plötzlich als weißer in der minderheit und etwas außergewöhnliches zu sein ist ein ganz eigenartiges gefühl. bei wanjas familie haben wir zuckerrohr probiert, gesehen wie kaffee und tee angebaut werden und bananenstauden bestaunt.
am nächsten tag ging es früh morgens (leider ohne wanja) zum großen safariabenteuer. am nachmittag sind wir am tsavo east national park angekommen und haben in den darauffolgenden tagen von löwe über giraffe bis hin zu warzenschwein, elefant, zebra, antilope und strauß soviele verschiedene tiere gesehen, dass es schwer fällt, sie alle aufzuzählen. in freier wildbahn ist das schon enorm eindrucksvoll. ganz zum schluss stand sogar eine löwin direkt hinter unserem bus. da rutscht einem schonmal das herz in die hose. aber auf dem photo mach ich gute mine zum bösen spiel.
die letzten tage haben wir wieder entspannt zuhause verbracht, gespielt, gekocht, cocktails getrunken und alle fünfe grad sein lassen. eigentlich wollten wir noch schnorcheln gehen, aber das wetter hat leider nicht mitgespielt. ein paar souviniers wurden natürlich noch besorgt und dann war es auch schon zeit für mich nach hause zu fliegen.
2 wochen sind natürlich viel zu kurz um dieses land gebührend zu erkunden. aber ich hoffe, dass ich in ein paar jahren noch einmal dort urlaub machen und dann noch mehr von kenia sehen kann.
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kirche? rockt.
nachtgedanken
die welt kommt mir vor,
wie aus den angeln gehebelt.
ich sitze davor,
wie gefesselt und geknebelt.
nichts ist klar
und alles wolkenverhangen.
wo geht es hin
und wie soll ich dort hingelangen?
seinen eigenen weg zu finden ist schwer.
oft halten die wege der anderen her.
wir schwimmen im strom
oder werden an den rand gespült.
einmal bist du entflohn,
doch wurdest wieder an die wand gespielt.
schluss, aus: so nicht!
aus dem dunst bricht das licht.
zaghaft doch wachsend wehre ich mich.
will mein eigenes leben.
keine festen bahnen.
lerne was es heißt zu streben
und niemals zu verzagen.
der weg zwar noch nicht,
doch die richtung wird klar.
war der pfad grad noch dicht,
ist die lichtung jetzt da.
(c) m j g 17,4,'10
hamburger bündnis
zuhause ist,
in den letzten zügen
mein großes reiseabenteuer ist nun am ende und ich habe noch zwei nächte in christchurch und eine auckland vor mir, bevor mich der flieger wieder in die heimat bringt. wenn er mich in die heimat bringt. die nachricht über die aschewolke hat mich doch ein wenig besorgt. aber nur kurz, denn eins hab ich von den kiwis gelernt: gelassenheit. ich denke also positiv und hoffe, dass der luftraum am freitag wieder freigegeben ist. und wenn nicht? ja, wenn nicht, dann werde ich mir ein paar schöne tage in abu dhabi machen und vielleicht mit dem zug nach hause fahren. wer weiß. aber vorerst genieße ich den herbst in christchurch, wandere durch parks, wärme danach meine kalten hände an einer tasse kaffee und lese. falls jemand noch einen dringenden wunsch für ein mitbringsel hat, ist das die letzte gelegenheit.
mit fotos werde ich mich erstmal zurückhalten, denn aus rund 850 bilder gerade soviel rauszusuchen, dass ich euch zum staunen bringe aber ihr nicht den ganzen tag stauen müsst, wird ein bisschen zeit in anspruch nehmen. aber keine bange, aufgeschoben heißt ganz sicher nicht aufgehoben.
ein bild soll dennoch schonmal den anfang machen: ich hatte meine ersten zwei nächte in christchurch verbracht und war nun mit dem auto nach arthur's pass unterwegs. es bezeichnet also den beginn meines abenteuers:
einen koffer in jeder hand.
Einen Koffer in jeder Hand,
Den Bauch voller Kaffee am Morgen danach
Und ordne in meinem Verstand
Noch die Namen und Gesichter dieser Nacht und überleg‘:
Wie hab‘ ich sie genannt?
Da ruft jemand: “Höchste Zeit, Mann”, und ich mach‘ mich auf den Weg,
Einen Koffer in jeder Hand.
es geht weiter. morgen verlasse ich napier. 2 1/2 monate habe ich hier verbracht, bekanntschaften gemacht, freunde gefunden und eine menge erlebt. nun wird es zeit und ich werde meine letzten drei wochen in nz auf der südinsel verbringen. der grobe plan sieht vor, in christchurch ein auto zu mieten und die insel zu durchqueren um die westküste zu erkunden. ich freue mich auf die stille zeit allein um noch einmal neuseeland voll und ganz auf mich wirken zu lassen. am 21.4. fliege ich von christchurch nach auckland, wo ich eine nacht verbringe und am 22.4. die heimreise antrete. nach über 25h reiner flugzeit und zeitverschiebung komme ich am 23.4. um 17:50uhr in frankfurt an. ich werde nun erstmal auf tauchstation gehen und meinen blog vorerst nicht aktualisieren. also wünsche ich euch jetzt schon ein frohes osterfest und sorgt mir dafür, dass der frühling in gang kommt und ich nicht lange friern muss wenn ich wieder da bin. nun denn meine freunde, alles gute und bis bald. "i'll catch you on the flipside" (aus the boonddock saints, etwa: ich werde ich euch auf der anderen seite wiedersehen.)
Vielleicht ist es meine Art von Freiheit, schon bereitzusteh‘n,
Einen Koffer in jeder Hand.
Nun, vielleicht heißt wirklich Freisein immerfort bereitzusteh‘n,
Einen Koffer in jeder Hand.

