herbst.

er ist schon wieder da. hat sich langsam angeschlichen und doch sind die zeichen überall auszumachen: kastanien liegen am boden, bunte blätter werden vom wind durch die straßen getragen, regentropfen laufen an der scheibe runter, morgens ist es kalt und man klappt den kragen unwillkürlich nach oben, die luft ist frisch und man atmet gerne tief durch. 

es beginnt die zeit, die man nur ungern allein verbringt. man sehnt sich nach gesellschaft und wärme. jemanden mit dem man in gummistiefel durch den regen laufen und im nächsten café den regen von drinnen beobachten kann. jemandem, dem man bei einer tasse tee aus dem lieblingsbuch vorliest und danach zusammen aus gesammelten kastanien figuren bastelt. es werden traumschlösser erdacht und pläne für die rettung der welt geschmiedet.


hamburg meine perle

mit dem beitrag für kenia habe ich mir etwas zeit gelassen und bin deswegen noch nicht dazu gekommen von hamburg zu berichten. aber da sollte in den nächsten wochen noch gestückelt ein paar sachen kommen. nur soviel: ich bin gut angekommen, habe mich grandios eingelebt und schon viele interessante leute (wieder-)getroffen. ich bin jetzt offiziell schüler (richtig - schüler, nicht student) der hotelfachschule hamburg. der erste reeperbahnbesuch liegt schon hinter mir und auch andere erste male habe ich hinter mich gebracht: die erste schulwoche, die erste schicht in meinem nebenjob, die erste hafenrundfahrt (mein magen ist jetzt noch sauer auf mich) und den ersten sprint durch den regen, der hier den sonnenschein ganz schnell ablösen (die hamburger nennen ihre stadt liebevoll "kleines england").

bilder und weitere eindrücke folgen, erstmal sollen die zeilen über kenia auf euch wirken können.

kenia

weißer sandstrand, blaues meer und palmen. nicht gerade dinge, die man mit kenia in verbindung bringen würde. wohingegen dichtes grün und kaffeeplantagen im hochland sowie wüstenähnliche steppen und glühende hitze knapp südlich unterm äquator wohl eher unserer vorstellung entsprechen.

kenia ist ein land, dass mich vom ersten moment an enorm beeindruckt hat. das hat mich anfangs überrascht, allerdings  wurde mir schnell klar, warum. denn meine bisherigen auslandserfahrungen sind kanada und neuseeland - das sind zwar andere kulturen, als man sie in deutschland findet. aber sie zählen noch zur sogenannten westlichen welt.
aber dieses so stark von armut, dreck und korruption geprägte afrikanische land ist dann natürlich ein mittelschwerer kulturschock.

aber trotz dieser negativen anhaftungen, hat kenia so viel zu bieten: eine traumhafte vielfalt in flora und fauna, freundliche und vor allem gastfreundliche menschen, früchte, die noch nach früchten schmecken und eine atemberaubende tierwelt. ich habe all dies kennengelernt und bin einfach nur begeistert von diesem land.

ich bin in mombasa angekommen, wurde herzlich von matthias und bettina in empfang genommen und wir sind nach einem kurzen frühstück im hotel nach ukunda gefahren, wo sie wohnen. die fahrt durch das lärmende und belebte mombasa hat meinen augen viel zu sehen gegeben: straßenhändler, radfahrer, matatus (taxi-busse, die dort das standard "nahverkehrsmittel" sind) und viele fussgänger haben die straßen gefüllt. in ukunda selbst habe ich mich erstmal ausgeruht, bevor abends auf bettinas geburtstag angestoßen wurde. dabei habe ich auch noch ein geschenk von matthias und bettina bekommen: ein armband, gefertigt von nascha, einer massai-frau.

in den darauffolgenden tagen haben wir karten gespielt, am strand rumgelümmelt (und kokosmilch frisch aus der kokosnuss probiert), waren im meer baden, sind in ukunda durch die  straßen geschlendert und haben uns marktstände und läden angeschaut, haben frischen fisch gekauft und gegrillt und haben stromausfälle erlebt. so ging die erste woche schnell um. das wetter war nicht nur sonnig und heiß, denn die regenzeit war doch noch nicht ganz vorbei.

dann ging es auf große reise: wir sind von mombasa nach nairobi geflogen und von dort nach embu weitergefahren. in nairobi haben wir wanja getroffen - eine alte kollegin von mir aus kanada.  sie ist kenianerin und hat in dieser zeit zufällig ihr familie besucht, die sie uns auch gleich vorstellen wollte. auch mit von der partie war sammy, unser fahrer. in embu war ich dann das erste mal in kenia in der kirche. ein sehr lebhaftes, buntes und stark musikalisch geprägtes erlebnis. in rumgenjes wurden wir von wanjas vater, ihren brüdern, cousinen, tanten und wer noch alles da war, sehr herzlich empfangen. die schon erwähnte gastfreundschaft drückt sich oft so aus, dass selbst familien, die wenig für sich selbst haben, sehr großzügig für ihre gäste auftischen. und so gab es für uns zunächst ein reichhaltiges mittagessen und tee. die aufgeregtheit der kinder bei unserer ankunft ließ darauf schließen, dass sich nur wenige europäer in ihre gegend verirren. "musungus" (wörtlich der/die fremde) werden wir dort genannt. und plötzlich als weißer in der minderheit und etwas außergewöhnliches zu sein ist ein ganz eigenartiges gefühl. bei wanjas familie haben wir zuckerrohr probiert, gesehen wie kaffee und tee angebaut werden und bananenstauden bestaunt.

am nächsten tag ging es früh morgens (leider ohne wanja) zum großen safariabenteuer. am nachmittag sind wir am tsavo east national park angekommen und haben in den darauffolgenden tagen von löwe über giraffe bis hin zu warzenschwein, elefant, zebra, antilope und strauß soviele verschiedene tiere gesehen, dass es schwer fällt, sie alle aufzuzählen. in freier wildbahn ist das schon enorm eindrucksvoll. ganz zum schluss stand sogar eine löwin direkt hinter unserem bus. da rutscht einem schonmal das herz in die hose. aber auf dem photo mach ich gute mine zum bösen spiel.

die letzten tage haben wir wieder entspannt zuhause verbracht, gespielt, gekocht, cocktails getrunken und alle fünfe grad sein lassen. eigentlich wollten wir noch schnorcheln gehen, aber das wetter hat leider nicht mitgespielt. ein paar souviniers wurden natürlich noch besorgt und dann war es auch schon zeit für mich nach hause zu fliegen.

2 wochen sind natürlich viel zu kurz um dieses land gebührend zu erkunden. aber ich hoffe, dass ich in ein paar jahren noch einmal dort urlaub machen und dann noch mehr von kenia sehen kann.


klick aufs bild um zum album zu kommen.

kirche? rockt.

manche sagen 'es ist zu laut' aber für uns war es abermals eine chance zu zeigen, wie kirche auch sein kann - jung, frisch und etwas peppiger. zu fronleichnam haben sich alte freunde und bandkollegen wieder einmal zur ökumenischen jugendband vereint um die verstärker ein wenig auf zu drehen. solo, mehrstimmig, besinnlich, rockig, als band oder mit der gemeinde - wir haben es mal wieder geschafft, dass zum schluss (fast) alle gesagt haben: 'es wurde auch mal wieder zeit, dass ihr spielt.' fazit: mission erfüllt.

nachtgedanken

die welt kommt mir vor,
wie aus den angeln gehebelt.
ich sitze davor,
wie gefesselt und geknebelt.

nichts ist klar
und alles wolkenverhangen.
wo geht es hin
und wie soll ich dort hingelangen?

seinen eigenen weg zu finden ist schwer.
oft halten die wege der anderen her.
wir schwimmen im strom
oder werden an den rand gespült.
einmal bist du entflohn,
doch wurdest wieder an die wand gespielt.

schluss, aus: so nicht!
aus dem dunst bricht das licht.
zaghaft doch wachsend wehre ich mich.
will mein eigenes leben.
keine festen bahnen.
lerne was es heißt zu streben
und niemals zu verzagen.

der weg zwar noch nicht,
doch die richtung wird klar.
war der pfad grad noch dicht,
ist die lichtung jetzt da.

(c) m j  g 17,4,'10

hamburger bündnis

micha und imke haben geheiratet. sie haben sich ein leben zu zweit versprochen und sind dazu bereit, für einander da zu sein - ein leben lang. ein mutiger schritt. nun, als die beiden aus der kirche gekommen sind, sahen sie nicht mutig aus. sondern voll freude, vertrauen und zuversicht. glücklich. möglicherweise ist der einzige mut, den man für ein leben zu zweit braucht, sich selbst einzugestehen, dass man glücklich ist. auf das ihr euch immer glücklich macht. alles gute.


zuhause ist,

 wo man hingeht, wenn einem die orte ausgeganen sind.

nun, die orte sind mir noch lange nicht ausgegangen, aber für die nächste zeit, bin ich wieder genau dort, wo ich hingehöre: zuhause.
der rückflug von neuseeland nach deutschland war ein abenteuer für sich, über das man eine kurzgeschichte schreiben könnte, aber für euch gibts die odyssee in stichpunkten:
mittwoch mittag: angekommen am flughafen von auckland, schlafplatz gesucht & bei der aussichtsplattform gefunden
mittwoch abend: mit qantas (die für den flug auckland-sydney verantwortlich ist) gesprochen um zu schauen, ob auch alles klar geht, bestätigung derselben "ihr flug geht wie geplant"
donnerstag vormittag: der flug geht wie geplant, nur ohne mich, denn EA (etihad airways, meine eigentliche fluggesellschaft) hat meine tickets storniert
donnerstag mittag: ich konnte kontakt mit EA aufnehmen, denen tut alles furchtbar leid und man gebe sein bestes, meine tickets wieder zu aktivieren. mittlerweile ist mein flugzeug nach sydney schon in der luft. ohne mich.
donnerstag nachmittag: man hat einen späteren flug für mich mit jetstar organisiert, nur brauche ich für australien noch ein visum, weil mein gepäck nicht direkt von sydney weitergeleitet werden kann und ich es abholen und wieder selbst einchecken muss.
donnerstag später nachmittag: ich bin in sydney. das visum hab ich last-minute noch bekommen  und mein gepäck ist auch da. juhu.
donnerstag abend: mein flug nach abu dhabi und von dort nach frankfurt ist gebongt und das gepäck wird auch direkt nach deutschland geflogen. endlich mal gute nachrichten.
freitag mittag: abu dhabi. bis 1 min bevor der flughafen in sicht kam, war nur wüste zu sehen. außerhalb der landebahnen gibts wirklich nichts ausser sand. und obwohl es draußen mit 39°C eine affenhitze ist, laufen alle  in langen gewändern rum. das erklär mir einer.
freitag nachmittag: landung in frankfurt. empfangen werde ich von mama, papa und erik (alter kollege und freund aus'm taunus). meine ankunft wird mit rotkäppchen sekt begossen und ich bin froh, endlich wieder zuhause zu sein.


mein blog trägt den titel 'forge ahead' was soviel bedeutet, wie "sich seinen weg machen", "sich vorwärts kämpfen". das heißt er wird nach meinem neuseeland-abenteuer nicht enden. es war ein spannneder abschnitt in meinem leben, der mich geprägt, mich weitergebracht hat. meine denk- und sichtweise haben sich geändert. ich habe mich verändert. und nun geht es weiter: nach einem schon in der planung aufregenden sommer, werde ich ende august nach hamburg gehen und dort für zwei jahre studieren. neuer ort, neue abenteuer, neue menschen. ich freue mich drauf und hoffe ihr bleibt mit mir am ball.

in den letzten zügen

da isser wieder.
mein großes reiseabenteuer ist nun am ende und ich habe noch zwei nächte in christchurch und eine auckland vor mir, bevor mich der flieger wieder in die heimat bringt. wenn er mich in die heimat bringt. die nachricht über die aschewolke hat mich doch ein wenig besorgt. aber nur kurz, denn eins hab ich von den kiwis gelernt: gelassenheit. ich denke also positiv und hoffe, dass der luftraum am freitag wieder freigegeben ist. und wenn nicht? ja, wenn nicht, dann werde ich mir ein paar schöne tage in abu dhabi machen und vielleicht mit dem zug nach hause fahren. wer weiß. aber vorerst genieße ich den herbst in christchurch, wandere durch parks, wärme danach meine kalten hände an einer tasse kaffee und lese. falls jemand noch einen dringenden wunsch für ein mitbringsel hat, ist das die letzte gelegenheit.

mit fotos werde ich mich erstmal zurückhalten, denn aus rund 850 bilder gerade soviel rauszusuchen, dass ich euch zum staunen bringe aber ihr nicht den ganzen tag stauen müsst, wird ein bisschen zeit in anspruch nehmen. aber keine bange, aufgeschoben heißt ganz sicher nicht aufgehoben.

ein bild soll dennoch schonmal den anfang machen: ich hatte meine ersten zwei nächte in christchurch verbracht und war nun mit dem auto nach arthur's pass unterwegs. es bezeichnet also den beginn meines abenteuers: